Kroatien 2020

Von langer Hand geplant war für die Sommersonnenwende 2020 ein Törn in Schweden. Sechs Schiffe und ihre Besatzungen hätten gerne erlebt, wie die Schweden es an Midsommar im Stockholmer Schärengarten krachen lassen. Allerdings entwickelten sich in den Tagen vor Abflug nach Stockholm die dortigen Covid-Neuinfektions-Zahlen derart katastrophal, daß wir unseren Plan über Bord werfen mußten.

Ganz anders stellte sich die Corona-Statistik in Kroatien dar. Und nachdem es einigen Törnteilnehmern nicht vordringlich wichtig war, wo sie segelten, sondern daß sie segelten, war es uns möglich, kurzfristig noch einen Törn in Kroatien zu organisieren. Zwei Schiffe starteten in Funtana und drangen bis zur Insel Ist vor.

20. Juni 2020 | Funtana : Portic (bei Medulin)
Dank der frühen Anreise konnte die Leonardo, die Ausbildungsyacht der Segelschule Steinberg, bereits am ersten Törntag auslaufen. Nur mit dem Vorsegel erreichten wir bei raumem Wind gemütlich die Bucht Portic bei Medulin. Dort lagen bereits viele Schiffe vor Anker, sie ist jedoch großzügig dimensioniert, so daß auch wir noch einen sicheren Ankerplatz fanden. Überwältigend war in dieser ersten Nacht der Sternenhimmel, Lichtverschmutzung ist dort nicht das Thema.

21. Juni 2020 | Portic : Uvala Krivica
Nach einer kurzen Besichtigungsrunde durch die Bucht von Medulin setzten wir den Törn fort in Richtung der Bucht Krivica auf Losinj. Leider blieb der Wind aus, uns blieb nur die Fahrt unter Motor. Entschädigt wurden wir jedoch durch unseren Nachtliegeplatz. "Malerisch" ist noch untertrieben, wenn es gilt, die Bucht zu beschreiben. Relativ eng schlängelt sie sich ins Landesinnere von Losinj. Die Bojen befinden sich in klarstem Wasser. Badefreuden pur.

22. Juni 2020 | Uvala Krivica : Ist
Nach zwei Nächten ohne Infrastruktur betrachteten wir es als ratsam, unsere Wasservorräte in Ilovik aufzufüllen. Dabei half uns ein Kellner aus dem Restaurant Esempio beim Anlegen. Am Folgetag erschien es angemessen, sich mit einem Abendmahl dort zu revanchieren. Zunächst ging es aber mit der bereits zwei Tage vorher erprobten Segelkonfiguration - nur Vorsegel bei raumem Wind - zur Insel Ist. Der Marinero empfahl uns, nicht bei ihm festzumachen, wenn wir Wert auf Landstrom und Wasser legen würden. Wofür er uns aber dann doch einen erklecklichen Kuna-Betrag abnahm? Der Nachmittag gestaltete sich noch unterhaltsam, nachdem eine durchweg betrunkene Österreicher-Crew neben uns festmachte. Konsequenterweise verzog sich diese weit vor Sonnenuntergang in die Kojen, sodaß der Nachtruhe nichts entgegengesetzt wurde.

23. Juni 2020 | Ist : Ilovik
Unerwarteterweise ergab sich am nächsten Morgen doch noch eine "Beeinträchtigung" unseres Törns durch die rot-weiß-rote Mannschaft. Sie fingen zwei unserer Crewmitglieder - eigentlich waren diese mit Entsorgungsaufgaben betraut - ab. Die Österreicher erwiesen sich in der Hafenkneipe als höchst spendabel. Mit entsprechend reduzierter Mannschaft bestritten wir das Aufkreuzen in Richtung Ilovik. Nach zwei Schlägen bargen wir in der Abdeckung die Segel. Nicht jeder Liegeplatz im Iloviker Hafen ist für eine Yacht mit zwei Metern Tiefgang geeignet. Als nach dem ersten Anlegen der Tiefenmesser Null anzeigte, entschlossen wir uns, die Yacht zu versetzen. Allerdings ist die Muringführung im Hafen von Ilovik nicht optimal: Bereits festgemachte Schiffe beeinträchtigen den Manövrierraum nachfolgender Yachten beträchtlich. Mit viel Anlauf konnten wir jedoch einen Platz mit genügend Wassertiefe ergattern. Im Esempio genossen wir zum Tagesabschluß hervorragende Meeresfrüchte.

24. Juni 2020 | Ilovik : Pomer
Wieder einmal ließ uns der Wind in Stich. Als Ziel erkoren wir die Marina Pomer aus, nachdem sie uns noch nicht bekannt war, ihre Lage als Bindeglied zwischen Pula und der Kvarner Bucht jedoch auch künftig von Interesse sein kann. Wie in vielen Hafenhandbüchern beschrieben, ist es in der Einfahrt auch durchaus flach. Sicherheitshalber entschieden wir, außerhalb am Kai längsseits festzumachen. Die Frage, ob wir denn "high or low water" hätten, beantwortete der offensichtlich fachkundige Marinero mit "normal water". Das Abendessen im Restaurant der ACI-Marina war in Ordnung. Alles in allem ist die Marina keinen Umweg wert, sie stellt eher eine Rückfallösung dar, wenn Pula oder die Inseln im Kvarner nicht mehr rechtzeitig erreicht werden können.

25. Juni 2020 | Pomer : Limski zaljev
Noch in der Bucht von Medulin setzten wir die Segel. Allerdings blieb der Wind aus, als wir Kap Kamenjak rundeten. Es ging mit Motor weiter, geradewegs in ein Gewitter vor Pula. Glücklicherweise zog das Gewitter weg und löste sich schließlich auf, so daß wir lediglich ein paar Tröpfchen davon abbekamen. Ziel für diesen Tag war der Limski-Kanal. Man liegt dort sicher, die Hin- und Rückreise ist idyllisch und speisen läßt sich im kai-nahen Restaurant auch vorzüglich.

26. Juni 2020 | Limski zaljev : Funtana
Die letzte Törnetappe war nur noch ein Katzensprung. Teile unserer Crew mußten aus geschäftlichen Gründen bereits die Heimreise antreten. Der Rest genoß den Nachmittag vor Anker in Funtanas Nachbarbucht noch mit Baden und Schnorcheln. Finale des Tages und des Törns war dann im Marinarestaurant, wo einer Nahezu-Tradition folgend Tartar den Hauptgang einläutete.

Gelesen 408 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 12 August 2020 14:18

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Kroatien 2020 Christian Gradl
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